Wenn eine Internetverbindung nicht reicht: Der Miri X510 in der Praxis

Ein Livestream läuft, die Kameras senden, das Publikum schaut zu. Dann schwankt die Verbindung. Auf einer Messe kann das WLAN überlastet sein, bei einer mobilen Produktion bricht der Mobilfunk kurz ein, und an einem abgelegenen Standort ist die Festnetzleitung keine Option. Für solche Situationen wurde der Miri X510 entwickelt.
Der X510 ist ein Bonding Router. Er kann mehrere Internetzugänge gleichzeitig nutzen, darunter 5G, 4G/LTE, Ethernet und Wi-Fi. Auch eine Satellitenverbindung wie Starlink lässt sich über Ethernet einbinden. Für die angeschlossenen Geräte verhält sich der Router wie ein normaler Internetzugang. Der besondere Teil passiert dahinter: Mit Speedify kann er die verfügbaren Wege zu einer gemeinsamen Verbindung zusammenführen.
Bonding ist mehr als eine zweite Leitung
Eine Backup-Leitung ist sinnvoll. Bei klassischem Failover übernimmt sie jedoch erst, wenn die Hauptverbindung ausfällt. Load Balancing verteilt verschiedene Sitzungen auf mehrere Leitungen. Ein einzelner Livestream bleibt dabei normalerweise an einen Weg gebunden.
Bonding geht einen Schritt weiter: Auch Datenpakete derselben Übertragung können über mehrere Zugänge laufen. Ein Speedify-Server setzt sie wieder zu einem Datenstrom zusammen. Schwankt eine Verbindung oder fällt sie aus, stehen weitere Wege zur Verfügung. Das kann einen Upload robuster machen. Es ist allerdings keine Garantie für unterbrechungsfreies Internet: Qualität und Kapazität der verfügbaren Leitungen bleiben entscheidend.
So sieht ein Einsatz aus
Bei einem Outdoor-Event wird beispielsweise Starlink per Ethernet angeschlossen. Zusätzlich stecken eine 5G- und eine 4G-SIM im X510. Der Streaming-Encoder wird per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden. Statt nur auf den Satelliten-Uplink oder einen Mobilfunkanbieter zu setzen, kann die Produktion mehrere unabhängige Wege nutzen.
Dasselbe Prinzip hilft an anderen Orten:
- Messen und Veranstaltungen: Eine eigene Mobilfunkverbindung ergänzt das oft stark genutzte Venue-WLAN. Demos, Videoanrufe und Cloud-Anwendungen hängen nicht allein an der Infrastruktur vor Ort.
- Kirchen und feste Streaming-Installationen: Festnetz und Mobilfunk können gemeinsam für einen belastbareren Livestream bereitstehen.
- Mobile Produktion: Im Van oder Ü-Wagen lassen sich mehrere Mobilfunk- und Netzwerkwege für den Upload kombinieren.
- Temporäre Standorte: Mobile Büros, Baustellen und Pop-up-Produktionen können ohne lange Vorlaufzeit online gehen und zusätzliche Zugänge einbinden.
- Einsatzkommunikation: Wo Infrastruktur eingeschränkt ist, können unabhängige Verbindungswege eine wichtige Ergänzung sein.
Der X510 ist dabei nicht auf Video beschränkt. Auch Produktionsrechner, Videokonferenzsysteme und andere Netzwerkgeräte können den bereitgestellten Internetzugang verwenden.
Worauf es bei der Planung ankommt
Bonding funktioniert am besten, wenn die Zugänge möglichst unabhängig voneinander sind. Zwei SIM-Karten im selben Netz bieten oft weniger Ausfallsicherheit als Verbindungen über unterschiedliche Anbieter oder Technologien. Ebenso wichtig sind ausreichendes Datenvolumen, die verfügbare Upload-Rate am Einsatzort und die passende Speedify-Lizenz. Für das Bonding ist ein Speedify-Abonnement erforderlich; Mobilfunk- und Satellitentarife kommen gegebenenfalls hinzu.
Wer einen kritischen Workflow absichern möchte, sollte die konkrete Kombination vor dem Einsatz vor Ort testen. Riwit unterstützt bei der Auswahl und Konfiguration des Miri X510 für Streaming, Events und mobile Netzwerkanwendungen.
Ihr plant ein Projekt mit mehreren Internetzugängen? Schreibt uns an office@riwit.de.